Narbe nach Knie-TEP

Eine Knie-TEP kann Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern. Bleiben dennoch Beschwerden wie Spannungsgefühle, Bewegungseinschränkungen oder anhaltende Schmerzen bestehen, fragen sich viele Betroffene, ob dies noch normal ist. Dieser Artikel erklärt verständlich, was nach der Operation im Körper passiert, wann Narben gut heilen und wann eine Arthrofibrose vorliegen kann. Außerdem zeigen wir, welche Behandlungen helfen und wann eine weitere Abklärung sinnvoll ist.

Was passiert bei einer Knie-TEP im Kniegelenk?

Bei einer Knie-TEP, auch Knieendoprothese genannt, wird das geschädigte Knorpel- und Knochengewebe des Kniegelenkes operativ entfernt und durch Implantate ersetzt. Der Eingriff erfolgt meist aufgrund fortgeschrittener Arthrose (Gelenkverschleiß), einer häufigen Gelenkerkrankung, bei der Gelenkknorpel langsam abgebaut wird. Bringen nicht-operative Maßnahmen keine ausreichende Linderung mehr, so entscheiden sich viele Betroffene für die Arthroskopie, eine minimalinvasive Operation.

Dabei werden nicht nur Knochen bearbeitet, sondern auch Haut, Muskeln, Kapselstrukturen und Bindegewebe durchtrennt. Diese Verletzungen lösen einen komplexen Heilungsvorgang aus. Narbenentwicklung ist dabei grundsätzlich eine normale Reaktion des Körpers.

Senior mit Knieschmerzen sitzt beim Arzt im Behandlungszimmer und bespricht seine Beschwerden. anschauliche Darstellung eines Arzt-Patienten-Gesprächs bei Knieproblemen und beginnender Arthrose.

Narbe nach Knie-OP: normaler Heilungsprozess oder Warnsignal?

Jede Knie-Operation hinterlässt eine Narbe. In den ersten Wochen ist es normal, dass sie:

  • verhärtet wirkt

  • druckempfindlich ist

  • spannt bei Beugung oder Streckung

  • gerötet oder leicht geschwollen erscheint

Diese Reaktionen entstehen durch Bindegewebszellen, die das verletzte Gewebe stabilisieren sollen. Im Idealfall bildet sich dieses Narbengewebe im Verlauf zurück und passt sich den Bewegungen des Knies an.

Bleibt die Vernarbung jedoch nach der Operation dauerhaft hart oder schmerzhaft, kann sie die Mobilität der Betroffenen beeinträchtigen. In manchen Fällen ist sie Teil einer tieferliegenden Problematik.

Arthrofibrose im Knie: wenn Narbengewebe zur Komplikation wird

Die Arthrofibrose handelt sich um eine überschießende Narbenbildung im oder um das Kniegelenk. Sie kann nach Knie-Operationen auftreten, besonders nach dem Einsetzen einer Knieprothese. In der Fachliteratur wird sie auch als arthrofibrosis after total knee arthroplasty oder stiffness after total knee arthroplasty beschrieben.

Dabei bilden sich vermehrt Narbengewebe und Vernarbungen, welches eine Reihe an Beschwerden auslöst.

Man unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Arthrofibrose: Bei der primären Form ist die übermäßige Narbenentwicklung ohne erkennbare Ursache zu beobachten, während die sekundäre Arthrofibrose häufig als Folge von Entzündungen, Infektionen, wiederholten Operationen oder unzureichender postoperativer Bewegung entsteht.

Typische Symptome bei problematischer Narbenbildung

Betroffene der Arthrofibrose berichten häufig über:

  • eingeschränkte Beugung trotz Training

  • zunehmende Steifheit statt Besserung

  • Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Alltag

  • Probleme beim Treppensteigen

  • Druck- oder Spannungsgefühl im Bereich der Operationsnarbe

  • das Gefühl, dass „etwas einklemmt“

Wer Anzeichen einer Arthrofibrose bemerkt oder unsicher ist, sollte früh handeln. Vereinbaren Sie einen Termin bei unserer Physiotherapie – wir helfen, die Mobilität Ihres Knies gezielt zu verbessern.

Wichtig ist: Nicht jede Steifheit bedeutet Arthrofibrose. Studien zeigen, dass vor allem der zeitliche Verlauf entscheidend ist. Wird die Mobilität trotz Therapie schlechter oder stagniert sie über Wochen, sollte eine Abklärung in der Orthopädie erfolgen.

Warum entsteht überschießende Narbenbildung?

Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Klinisch relevant sind jedoch mehrere Faktoren:

  • ausgeprägte Entzündungsreaktionen nach der Operation

  • verzögerte oder gestörte Wundheilung

  • Infektion im Operationsgebiet

  • längere Immobilisation postoperativ

  • wiederholte Knie-Operationen

  • individuelle Reaktion des Gewebes

Studien haben gezeigt, dass auf zellulärer Ebene Myofibroblasten und Wachstumsfaktoren eine Rolle spielen, die zur übermäßigen Bildung von vernarbtem Gewebe beitragen. Diese Prozesse laufen unkontrolliert ab und sind von außen nicht sichtbar.

Ein Arzt-Patienten-Gesprächs nach einer Knieoperation: Ein Senior mit Unsicherheiten spricht mit seinem Arzt über anhaltende Beschwerden, dargestellt durch Symbole für offene Fragen und mögliche Heilungsverläufe.

Diagnostik: Wie wird eine Arthrofibrose erkannt?

Die Diagnose ist überwiegend klinisch. Der Orthopäde beurteilt:

  • Beweglichkeit des Knies

  • Schmerzverhalten

  • Verlauf seit der Knie-OP

  • Funktion im Alltag

Bildgebende Verfahren wie MRT oder Computertomographie können ergänzend eingesetzt werden, um andere Komplikationen wie Lockerung der Prothese oder Infektion auszuschließen. Eine Gelenkspiegelung (arthroskopische Untersuchung) dient eher therapeutischen Zwecken.

Konservative Therapie: Was hilft bei Narbenproblemen nach Operation?

In vielen Fällen ist ein konservativer Therapieplan sinnvoll, besonders frühzeitig.

Physiotherapie als zentrale Maßnahme

Physiotherapie zielt darauf ab, die Beweglichkeit im Gelenk zu erhalten oder wiederherzustellen, ohne das Gewebe zu überreizen. Wichtig sind:

  • dosierte Mobilisation

  • gezielte Dehnreize

  • physiotherapeutische Narbenbehandlung

  • Trainingstherapie zur funktionellen Stabilität

Zu aggressive Maßnahmen können kontraproduktiv sein und den Heilungsprozess stören.

Jetzt handeln: Vereinbaren Sie einen Termin bei unserer Physiotherapie, um individuell abgestimmte Maßnahmen zu erhalten und die Mobilität Ihres Knies gezielt zu verbessern.

 

Ergänzende Maßnahmen

Je nach Situation kommen infrage:

  • Lymphdrainage bei Schwellung

  • entzündungshemmende Maßnahmen

  • kurzfristiger Einsatz von Kortison oder Prednisolon nach ärztlicher Einschätzung

  • Anpassung der Belastung im Alltag

Ziel ist Linderung, nicht Provokation.

Wann ist ein operatives Vorgehen notwendig?

Wenn alle konservativen Maßnahmen ausgeschöpft sind und weiterhin deutliche Mobilitätseinschränkungen bestehen, kann ein operativer Eingriff in Betracht gezogen werden. Dazu gehören unter anderem:

  • arthroskopische Narbenlösung

  • Manipulation unter Narkose

  • in seltenen Fällen Revision der Knieprothese

Solche Behandlungen sollten immer von erfahrenen orthopädischen Chirurg:innen durchgeführt werden. Wir empfehlen, gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam sorgfältig abzuwägen, ob und wann ein operativer Schritt sinnvoll ist, um die beste langfristige Gesundheit Ihres Knies zu sichern.

Haltbarkeit der Knieprothese und Narbenproblematik

Narbenprobleme beeinflussen die Haltbarkeit der Knieprothesen meist nicht direkt. Allerdings kann eine dauerhaft eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit die Lebensqualität deutlich senken und den funktionellen Nutzen des künstlichen Gelenks einschränken.

Deshalb gilt: Früh reagieren, statt abwarten.

Fazit: Narbenveränderungen richtig einordnen

Eine Operationsnarbe nach einer Knieprothese ist normal. Probleme entstehen erst, wenn sich Narbengewebe verselbstständigt und die Funktion des Kniegelenks beeinträchtigt. Arthrofibrose ist selten, aber relevant – und vor allem früh gut beeinflussbar.

Wer nach einer Knie-Operation anhaltende Steifheit, Schmerzen oder zunehmende Bewegungseinschränkungen bemerkt, sollte das ernst nehmen. Eine strukturierte orthopädische und physiotherapeutische Betreuung kann helfen, die Lebensqualität zurückzugewinnen: ohne vorschnell operativ einzugreifen.

lächelnder Patient nach Knieoperation sitzt entspannt in einer Physiotherapiepraxis und zeigt den Daumen nach oben. Ein positives Symbol für erfolgreiche Heilung und wiedergewonnene Beweglichkeit nach Knie-OP

Nächster Schritt

Haben Sie nach einer Knie-TEP weiterhin Schmerzen, Spannungsgefühle oder Bewegungseinschränkungen?
Vereinbaren Sie ein Erstgespräch bei uns. Wir schätzen Ihre Situation fachlich ein und zeigen Ihnen gezielte Möglichkeiten zur Verbesserung Ihrer Kniebeweglichkeit.

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Nahaufnahme eines Knies mit gut verheilter Operationsnarbe nach Knie-TEP, die vom Arzt untersucht wird.

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